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Google-Unternehmensprofil optimieren: die Anleitung für Münchner Betriebe

Wer abends am Wiener Platz „Italiener in der Nähe“ ins Handy tippt, sieht zuerst eine Karte mit drei Einträgen und entscheidet in Sekunden: Sterne, Fotos, offen oder zu. Alles davon steht im Google-Unternehmensprofil, und fast alles davon können Sie selbst steuern.

Kurzantwort

Google ordnet lokale Treffer nach drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. An der Entfernung ändern Sie nichts, an den beiden anderen sehr viel: mit der richtigen Hauptkategorie, vollständigen Angaben samt Feiertagszeiten, echten Fotos, laufenden Bewertungen und einer Website, die dieselben Daten zeigt. Zwei Funktionen, die viele Anleitungen noch empfehlen, gibt es nicht mehr: den Chat im Profil (seit Juli 2024) und das Modul „Fragen und Antworten“, das Google seit Ende 2025 durch KI-Antworten in Maps ersetzt.

Passende Leistung: Restaurant-Marketing München

Wie Google entscheidet, wer in der Karte oben steht

Google sagt es in der Hilfe zum lokalen Ranking ziemlich offen: „Lokale Suchergebnisse basieren hauptsächlich auf Relevanz, Entfernung und Beliebtheit.“ Relevanz heißt, wie gut Ihr Profil zur Suche passt. Das steuern Sie über Kategorie, Beschreibung, Speisekarte und Attribute. Die Entfernung zum Suchenden steuern Sie nicht. Ein Lokal in der Au wird bei einer Suche am Hauptbahnhof immer im Nachteil sein.

Bleibt die Bekanntheit, die Google auch Beliebtheit nennt. Sie speist sich laut Google unter anderem aus der Zahl der Websites, die auf Sie verweisen, und aus Ihren Rezensionen: „Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen Ihr Unternehmen erhält, desto besser kann das Ranking in lokalen Suchergebnissen ausfallen.“ Dazu kommt ein Satz, der mehr wert ist als jeder Trick: Unternehmen mit vollständigen und korrekten Informationen werden laut Google mit größerer Wahrscheinlichkeit angezeigt.

Und noch einer, für den Fall, dass wieder jemand anruft und Ihnen Platz eins verspricht: „Ein besseres lokales Ranking bei Google kann nicht eingefordert werden, auch nicht gegen Bezahlung.“

Was Fachleute für die stärksten Signale halten, misst jedes Jahr die Umfrage Local Search Ranking Factors von Whitespark. Für 2026 haben 47 Local-SEO-Experten 187 Faktoren gewichtet. Ganz oben stehen die Hauptkategorie, die Entfernung, ob der Betrieb zur Suchzeit geöffnet hat, hohe Bewertungen und die Zahl der Rezensionen. Weit hinten landen die Häufigkeit von Beiträgen (Rang 148) und Fotos mit Geodaten (letzter Platz). Das ist eine Expertenbefragung, keine Google-Auskunft, aber sie passt zu dem, was wir in Münchner Profilen sehen: Die Grundlagen entscheiden, nicht die Kniffe.

Name, Kategorie, Beschreibung: die Grundlagen, die oft falsch sind

Der Name

Tragen Sie den Namen ein, der auch auf Ihrem Schild steht. Google verbietet in seinen Richtlinien ausdrücklich Zusätze wie Slogans, Leistungen oder Ortsangaben und warnt: „Bei Nichtbeachtung kann das entsprechende Unternehmensprofil gesperrt werden.“ „Café Maxi“ ist richtig. „Café Maxi | Bester Brunch Schwabing“ ist ein Sperrgrund. Genau weil Keywords im Namen laut Whitespark-Umfrage zu den stärksten Signalen zählen, probieren es so viele, und genau deshalb steht Keyword-Stuffing im Namen auf derselben Liste weit oben bei den Gründen für Sperrungen.

Die Kategorie

Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einzelentscheidung im ganzen Profil. „Restaurant“ stimmt, sagt aber wenig. „Italienisches Restaurant“ oder „Pizzeria“ sagt Google genauer, wofür Sie stehen. Bis zu neun weitere Kategorien sind möglich, Google rät aber, „so wenige Kategorien wie möglich“ zu wählen und sie nicht als Keywords zu benutzen. Von der Kategorie hängt mehr ab als das Ranking: Erst die Gastronomie-Kategorien schalten Links für Reservierung, Bestellung und Speisekarte frei. Wer die Kategorie ändert, muss das Unternehmen unter Umständen noch einmal bestätigen.

Die Beschreibung

Maximal 750 Zeichen, keine Links, keine Preise, keine Aktionen. Ein Satz wie „Leckere Sandwiches für nur 2 €“ ist laut Google nicht zulässig. Schreiben Sie, was ein Gast vorher wissen will: Küche, Viertel, was Sie besonders macht, für welchen Anlass man kommt. Ein Beispiel, wie es klingen kann: „Neapolitanische Pizza aus dem Holzofen, mitten in Haidhausen. Mittags schnelle Karte, abends Platz für Gruppen bis 20 Personen, im Sommer mit Terrasse zum Weißenburger Platz.“

Kontakt und Links

Neben der Hauptnummer sind zwei weitere Telefonnummern möglich. Links zu Instagram, TikTok, Facebook oder YouTube lassen sich je Plattform einmal hinterlegen, in ausgewählten Regionen auch eine Option für WhatsApp oder SMS. Prüfen Sie im Profil, was bei Ihnen angeboten wird, und nutzen Sie es: Der alte Chat kommt nicht zurück.

Öffnungszeiten und Feiertage: die Münchner Liste

Falsche Öffnungszeiten kosten mehr als jede schlechte Bewertung, weil sie Gäste vor eine verschlossene Tür schicken. Restaurants sollen laut Google die Zeiten angeben, in denen man vor Ort essen kann. Für Ausnahmen gibt es die speziellen Öffnungszeiten, mit drei Regeln, die viele nicht kennen: Sie decken Schließungen bis zu sechs Tagen ab, ab sieben Tagen am Stück soll das Profil als „vorübergehend geschlossen“ markiert werden, und ein einzelner Eintrag umfasst höchstens 24 Stunden. Außerdem rät Google, Feiertagszeiten auch dann zu bestätigen, wenn sie den normalen Zeiten entsprechen.

Für München gibt es einen Haken. Google zeigt vor Feiertagen einen Hinweis, dass Zeiten abweichen können, aber die Feiertagsliste für Deutschland enthält keinen Fronleichnam, und den Buß- und Bettag führt sie nur für Sachsen. In Bayern ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag, der Buß- und Bettag ist schulfrei und ein stiller Tag. Diese Tage müssen Sie also selbst im Blick haben:

DatumAnlassWas gilt in München
So 01.11.2026AllerheiligenFeiertag und stiller Tag
Mi 18.11.2026Buß- und Bettagkein Feiertag, aber schulfrei und stiller Tag
20.11. bis 24.12.2026Christkindlmarktlängere Abende in der Innenstadt
Do 24.12.2026Heiligabendkein Feiertag, ab 14 Uhr stiller Tag
Fr 25. und Sa 26.12.2026WeihnachtenFeiertage
Do 31.12.2026Silvesterkein Feiertag, Sperrzeit entfällt in der Nacht
Fr 01.01. und Mi 06.01.2027Neujahr, Heilige Drei KönigeFeiertage
Fr 26.03.2027KarfreitagFeiertag, stiller Tag, keine Musik in Schankräumen
Mo 29.03.2027OstermontagFeiertag
Do 06.05. und Mo 17.05.2027Christi Himmelfahrt, PfingstmontagFeiertage
Do 27.05.2027FronleichnamFeiertag, fehlt in Googles Liste
So 15.08.2027Mariä HimmelfahrtFeiertag in München
18.09. bis 03.10.2027Oktoberfesteigene Zeiten für Wiesn-Wochen prüfen
Mo 01.11.2027AllerheiligenFeiertag und stiller Tag

Grundlage sind das Bayerische Feiertagsgesetz und seine Regeln zu stillen Tagen. Alle Ferien, Brückentage und Großtermine des nächsten Jahres stehen in unserem Jahreskalender 2027 für Münchner Betriebe.

Ein zweiter Grund, die Daten aktuell zu halten: Jeder kann Änderungen an Ihrem Profil vorschlagen. Laut Google-Hilfe haben Sie dann vier Tage Zeit, den Vorschlag anzunehmen oder abzulehnen, sonst veröffentlicht Google ihn unter Umständen automatisch, sofern andere öffentliche Informationen ihn bestätigen, etwa Ihre Website. Seit April 2026 verschickt Google zusätzlich E-Mail-Warnungen an bestätigte Inhaber, bevor wichtige Änderungen live gehen. Lesen Sie diese Mails.

Fotos und Videos: zeigen, wie der Abend aussieht

Gäste wollen vorher sehen, was sie erwartet: das Essen, den Raum, die Menschen. Laden Sie echte Bilder hoch, keine Stockfotos, und tauschen Sie sie aus, wenn sich etwas ändert, etwa die Karte, die Terrasse oder nach einem Umbau. Bei unseren Gastro-Kunden bekommt das Profil nach jedem Drehtag eine Auswahl frischer Bilder, das gehört fest zum Monatsablauf.

Die technischen Vorgaben von Google:

VorgabeFotosVideos
Format und GrößeJPG oder PNG, 10 KB bis 5 MBbis 75 MB, höchstens 30 Sekunden
Auflösungempfohlen 720 × 720 Pixel, mindestens 250 × 250720p oder höher
Bearbeitungnicht stark bearbeiten, wenig Filter

Fotos, die Gäste hochladen, können Sie nicht löschen. Ist ein Gästefoto der Speisekarte veraltet oder falsch, melden Sie es und laden Sie selbst ein aktuelles hoch. Und das Gerücht, Fotos mit Geodaten in den Dateiinformationen würden das Ranking verbessern: In der Whitespark-Umfrage landet es auf dem letzten von 187 Plätzen.

Speisekarte, Reservierung, Bestellen: die Felder für die Gastronomie

Die Speisekarte lässt sich direkt im Profil anlegen. Den Menüeditor gibt es nur für die Gastronomie, und Änderungen sind nach 24 bis 48 Stunden in Maps und Suche zu sehen. Experimentell kann Google eine Speisekarte auch aus einem Foto oder PDF erstellen, die Karte muss dafür auf eine Seite passen.

Für Reservierung und Bestellung erlaubt Google bis zu zehn Aktionslinks pro Kategorie, etwa „Tisch reservieren“ oder „Essen bestellen“, und einer davon lässt sich als bevorzugt festlegen. Die Alternative ist „Mit Google reservieren“: Dann bucht der Gast direkt im Profil, das funktioniert aber nur mit einem unterstützten Anbieter, der Gebühren erheben kann. Auf Googles Partnerliste stehen unter anderem Aleno, Gastronovi, OpenTable, Resmio, SevenRooms, TheFork und ZenChef. Ein Hinweis aus aktuellem Anlass: Quandoo steht dort noch, hat den Betrieb aber eingestellt. Wer noch einen Quandoo-Link im Profil hat, schickt Gäste ins Leere.

Unterschätzt werden die Attribute. Laut Google kann ein Profil mit passenden Attributen bei Suchen nach genau diesen Merkmalen erscheinen, etwa nach einer Terrasse oder vegetarischen Gerichten. Für die Barrierefreiheit gibt Google klare Kriterien vor: Ein rollstuhlgerechter Eingang ist laut Google mindestens einen Meter breit und hat keine Stufen. Kreuzen Sie also nur an, was stimmt. Wer im Rollstuhl vor drei Stufen steht, schreibt eine Bewertung.

Beiträge: kleine Anzeigen, die nichts kosten

Mit Beiträgen zeigen Sie im Profil, was gerade los ist. Es gibt drei Typen: Aktuelles, Angebote mit Datum und Button „Angebot ansehen“ sowie Veranstaltungen mit Start- und Enddatum. Beiträge lassen sich vorausplanen und wiederholen, und Beiträge ohne Zeitraum archiviert Google nach sechs Monaten.

Zwei Regeln, die in München öfter greifen, als man denkt: Telefonnummern im Beitragstext können dazu führen, dass Google den Beitrag ablehnt. Und für regulierte Produkte wie Alkohol dürfen Sie zwar Beiträge veröffentlichen, aber keine Inhalte zu den Produkten selbst. Ein Beitrag „Unser Wiesn-Menü ab 18. September“ ist kein Problem, ein Beitrag, der nur das Festbier bewirbt, schon eher.

Wie viel Ranking bringen Beiträge? Laut Whitespark-Umfrage wenig, die Häufigkeit steht auf Rang 148 von 187. Trotzdem lohnen sie sich, weil sie Gästen zeigen, dass das Profil gepflegt wird, und weil sie Anlässe sichtbar machen. Ein Beitrag alle ein bis zwei Wochen reicht. Die passenden Termine mit Vorlauf liefert unser Event-Radar, konkrete Beispiele stehen in unseren Leitfäden zum Weihnachtsgeschäft und zu Silvester.

Bewertungen: mehr bekommen, richtig antworten, nichts riskieren

Wie viel Bewertungen zählen, zeigt die aktuelle Local Consumer Review Survey 2026 von BrightLocal, eine Befragung von 1.002 Erwachsenen in den USA: 97 Prozent lesen Bewertungen lokaler Betriebe, 74 Prozent interessieren sich nur für die der letzten drei Monate, und 47 Prozent nutzen keinen Betrieb mit weniger als 20 Bewertungen. Eine vergleichbar aktuelle Erhebung für Deutschland kennen wir nicht, die Richtung dürfte dieselbe sein.

Um Bewertungen bitten: so ist es erlaubt

Google stellt selbst einen Bewertungslink und einen QR-Code bereit und empfiehlt, den Link auf Belege und in Dankes-E-Mails zu setzen und den QR-Code im Geschäft auszuhängen. Den QR-Code erzeugen Sie im Computerbrowser, auf dem Handy geht das derzeit nicht. Bitten Sie alle Gäste, auch die, die nicht begeistert wirken. Laut BrightLocal hinterlassen 83 Prozent der Befragten eine Bewertung, wenn man sie darum bittet.

Was verboten ist

Google verbietet in seinen Richtlinien Anreize wie Rabatte oder Gratisgetränke gegen eine Bewertung, das gezielte Einholen positiver Rezensionen, Druck auf Gäste vor Ort, Quoten für Mitarbeitende und Bitten, bestimmte Mitarbeitende zu nennen. Rezensionen von Angestellten, Familie oder Konkurrenten gelten als Interessenkonflikt. Bei Verstößen kann Google das Profil einschränken: keine neuen Bewertungen für eine Zeit, ausgeblendete Bewertungen oder ein Warnhinweis, dass gefälschte Rezensionen entfernt wurden. Nach deutschem Recht sind gefälschte oder beauftragte Bewertungen gegenüber Verbrauchern stets unzulässig (Anhang zum UWG, Nr. 23c).

Für Ihr Team heißt das in der Praxis: Ein Aufsteller mit QR-Code am Ausgang ist in Ordnung, die Servicekraft, die am Tisch wartet, bis fünf Sterne vergeben sind, nicht.

Antworten: kurz, persönlich, ohne Gästedaten

Google selbst schreibt in seinen Tipps, Sie müssten nicht jedem öffentlich danken. In der BrightLocal-Befragung erwarten aber 89 Prozent eine Antwort, und 50 Prozent schreckt eine erkennbar vorgefertigte Antwort ab. Unsere Linie: Jede kritische Bewertung bekommt eine Antwort, die meisten positiven auch, und keine klingt wie die andere. Unterschreiben Sie mit Namen oder Initialen, wie Google es empfiehlt.

Eine Grenze ist nicht verhandelbar: Nennen Sie in Antworten nie Daten aus dem Besuch, also kein Datum, keine Begleitung, keine Bestellung und keinen Rechnungsbetrag, auch nicht, um eine unfaire Bewertung zu widerlegen. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat ein Unternehmen verwarnt, das in Antworten auf Rezensionen Daten aus dem Geschäftsvorgang veröffentlicht hatte. Sie dürfen sich auf das beziehen, was der Gast selbst geschrieben hat, und ihm anbieten, sich per E-Mail oder Telefon zu melden. Formulierungshilfe gibt unser kostenloser Bewertungs-Antwort-Generator mit 16 Vorlagen für ein bis fünf Sterne. Er läuft komplett im Browser.

Falsche und rechtswidrige Bewertungen

Google entfernt laut Hilfe nur Rezensionen, die gegen die Richtlinien verstoßen, und schlichtet keine Konflikte zwischen Betrieb und Gast. Gegen eine Ablehnung können Sie einmal Einspruch einlegen. Für rechtswidrige Inhalte, etwa eine unwahre, rufschädigende Tatsachenbehauptung, gibt es einen eigenen rechtlichen Meldeweg.

Neu und nur in Deutschland: Google zeigt auf Unternehmensprofilen einen Hinweis, wie viele Bewertungen in den letzten 365 Tagen wegen Beschwerden über Diffamierung entfernt wurden, als Spanne von „1“ bis „über 250“. Das wirkt sich laut Google nicht auf das Ranking aus, aber es ist für jeden Gast sichtbar. Wer jede kritische Bewertung per Anwalt löschen lässt, trägt das also künftig als Banner im Profil. Und falls jemand droht, Ihr Profil mit schlechten Bewertungen zu fluten, wenn Sie nicht zahlen: nicht zahlen, Beweise sichern und Googles Meldeweg für Erpressung nutzen.

Was es nicht mehr gibt, und was stattdessen hilft

Viele Anleitungen im Netz, auch neu datierte, empfehlen noch Funktionen, die Google abgeschaltet hat:

  • Die Websites aus dem Unternehmensprofil gibt es seit dem 5. März 2024 nicht mehr.
  • Chat und Anrufliste sind seit dem 31. Juli 2024 abgeschaltet.
  • Die Schnittstelle für „Fragen und Antworten“ hat Google am 3. November 2025 eingestellt. Seitdem baut Google die Funktion um: Gäste stellen ihre Frage direkt in Google Maps und bekommen eine KI-Antwort, die auf den Angaben des Inhabers und auf Rezensionen beruht. In der deutschen Hilfe steht die Funktion nur noch für ausgewählte Kategorien und Regionen.

Was heißt das für Sie? Die Antworten auf typische Gästefragen gehören jetzt an drei Orte: in die Attribute, in die Speisekarte und auf Ihre eigene Website, am besten als kurzer FAQ-Block. Haben Sie vegane Gerichte? Kann man mit Hund kommen? Gibt es einen Kinderstuhl, eine Terrasse, Kartenzahlung? Was dort klar steht, kann Googles KI auch richtig wiedergeben. Was nirgends steht, erfindet sie im schlechtesten Fall aus einer drei Jahre alten Rezension.

Was KI-Suchen aus Ihrem Profil machen

Seit dem 26. März 2025 zeigt Google in Deutschland Übersichten mit KI über den Suchergebnissen, seit dem 8. Oktober 2025 gibt es den KI-Modus. Den KI-Assistenten „Ask Maps“ hat Google im März 2026 in den USA und Indien gestartet und im August auf weitere Länder ausgeweitet, Deutschland wurde dabei nicht genannt. Das Profil per Gemini zu verwalten, ist im Europäischen Wirtschaftsraum nicht möglich.

Wie schnell sich das ändert, zeigt die BrightLocal-Befragung aus den USA: 45 Prozent nutzen inzwischen KI-Tools wie ChatGPT für lokale Empfehlungen, ein Jahr zuvor waren es 6 Prozent. Was diese Systeme über Ihr Lokal sagen, stammt aus Profil, Bewertungen und Website. Widersprüche zwischen diesen drei Orten sind deshalb teurer geworden. Wenn auf der Website noch die Öffnungszeiten von 2024 stehen, kann genau die eine KI weitergeben. Wie man als Betrieb in KI-Antworten auftaucht, erklärt unser Lexikon-Eintrag zu GEO, und was KI im Marketing sonst kann und darf, steht in KI im Marketing.

Leistung messen, ohne sich zu verzetteln

Im Bereich Leistung zeigt Google laut Hilfe unter anderem Aufrufe, Suchanfragen, Anrufe, Wegbeschreibungen, Websiteklicks, Buchungen und Klicks auf die Speisekarte, jeweils nur, was für Ihren Betrieb relevant ist. Drei Feinheiten helfen beim Lesen: Ein Nutzer wird pro Tag nur einmal als Aufruf gezählt, die Suchanfragen werden erst zu Beginn des Folgemonats aktualisiert, und in die Zahlen fließen auch Interaktionen aus Google Ads ein.

Schauen Sie einmal im Monat hin und vergleichen Sie mit dem Vorjahresmonat, nicht mit dem Vormonat. Ein Biergarten im Juli und im November ist nicht vergleichbar, und ein Lokal am Marienplatz im Dezember auch nicht mit dem im Februar. Wer zusätzlich wissen will, wie viele Website-Besuche aus dem Profil kommen, hängt an den Website-Link im Profil einen Kampagnen-Parameter an, etwa ?utm_source=google&utm_medium=organic&utm_campaign=profil, und sieht das dann in der eigenen Statistik.

Für Neueröffnungen: das Profil vor der ersten Gästerunde

Ein Eröffnungsdatum lässt sich bis zu ein Jahr im Voraus eintragen, sichtbar wird es 90 Tage vor der Eröffnung. Für die Bestätigung empfiehlt Google ein Video. Es muss live aufgenommen werden, mindestens 30 Sekunden dauern und den Namen des Betriebs auf einem fest installierten Schild zeigen, außerdem Bereiche, zu denen nur Mitarbeitende Zugang haben, etwa die Küche (Google-Hilfe). Das Schild sollte also hängen, bevor Sie das Video drehen. Die Prüfung dauert bis zu fünf Arbeitstage. Wann was ansteht, rechnet unser Neueröffnungs-Fahrplan für Ihr Datum aus.

Die Monatsroutine: 30 Minuten, die sich lohnen

  1. Öffnungszeiten für die nächsten acht Wochen prüfen, Feiertage und stille Tage eintragen.
  2. Neue Bewertungen beantworten, die kritischen zuerst.
  3. Fünf bis zehn neue Fotos hochladen, veraltete Gästefotos der Karte melden.
  4. Zwei bis vier Beiträge planen, passend zu den Terminen im Event-Radar.
  5. Speisekarte und Preise mit der echten Karte abgleichen.
  6. Vorgeschlagene Änderungen prüfen, innerhalb von vier Tagen.
  7. Aktionslinks testen: Führt „Tisch reservieren“ wirklich zur Buchung?
  8. Leistung mit dem Vorjahresmonat vergleichen und eine Zahl notieren.
  9. Website und Profil abgleichen: Adresse, Telefon, Zeiten, FAQ.

Was wir für überschätzt halten: Keywords in der Beschreibung (bei Whitespark Rang 171 von 187), Bewertungs-Tools für viel Geld und wöchentliche Ranking-Berichte. Was zählt, klingt langweilig und ist es auch: Die Daten stimmen, die Fotos sind aktuell, und jede kritische Bewertung bekommt eine Antwort, die ein Mensch geschrieben hat. Wer das zwölf Monate durchhält, hat in den meisten Münchner Straßen ein besseres Profil als die Nachbarn.

FAQ

Häufige Fragen

Nein. Profil und Pflege sind kostenlos. Ein besseres Ranking lässt sich laut Google auch nicht kaufen: „Ein besseres lokales Ranking bei Google kann nicht eingefordert werden, auch nicht gegen Bezahlung.“ Wer am Telefon Geld für einen Google-Eintrag verlangt, verkauft etwas anderes.
Welche Methoden möglich sind, legt Google fest. Google empfiehlt die Bestätigung per Video, die Prüfung dauert bis zu fünf Arbeitstage. Postkarten-Codes kommen meist innerhalb von 14 Tagen und verfallen nach 30 Tagen. Google fragt nie nach Ihrem Bestätigungscode.
Ja, alle Gäste und ohne Gegenleistung. Google stellt dafür selbst Link und QR-Code bereit. Verboten sind Rabatte oder Geschenke für Bewertungen, das gezielte Ansprechen nur zufriedener Gäste, Druck vor Ort und Quoten für Mitarbeitende.
Über die Meldefunktion im Profil, wenn die Bewertung gegen Googles Richtlinien verstößt. Gegen eine Ablehnung ist ein Einspruch möglich. Für rechtswidrige Inhalte gibt es einen eigenen rechtlichen Meldeweg. In Deutschland zeigt Google seit 2026 an, wie viele Bewertungen wegen Diffamierung entfernt wurden.
Nicht mehr wie früher. Google hat die Schnittstelle am 3. November 2025 eingestellt und verlagert Gästefragen auf KI-Antworten in Maps, die auf Inhaber-Angaben und Rezensionen beruhen. Typische Fragen beantworten Sie deshalb am besten über Attribute, Speisekarte und einen FAQ-Block auf Ihrer Website.
Eine Hauptkategorie und bis zu neun weitere. Google rät, so wenige wie möglich zu wählen und Kategorien nicht als Keywords zu benutzen. Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einzelentscheidung im Profil.

Quellen & weiterführende Belege

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