Social Media und digitales Marketing sind kein neues Handwerk, sondern die alten Wege zum Gast an neuen Orten: Die Empfehlung heißt heute Bewertung, das Schaufenster heißt Profil, die Gelben Seiten heißen Google Maps. 96 Prozent der Deutschen sind online, mehr als die Hälfte der 50- bis 69-Jährigen nutzt soziale Medien, und 42 Prozent haben ein Lokal schon besucht, weil sie es dort entdeckt haben. Wer digital nicht auffindbar ist, existiert für neue Gäste schlicht nicht, egal wie gut die Küche ist.
Nichts davon ist neu. Es hat nur den Ort gewechselt.
Alles, was heute nach Neuland klingt, haben Sie in Ihrer Laufbahn längst gemacht, nur unter anderem Namen. Drehen Sie die Karten um: Vorne steht, was Sie kennen. Hinten steht, wie es heute heißt.
Was sich belegen lässt, ohne Schönfärberei
Eine Zahl fehlt in dieser Reihe absichtlich: wie viele Gäste Ihnen ohne digitale Sichtbarkeit entgehen. Sie lässt sich für Ihren Betrieb nicht seriös beziffern, und wer Ihnen eine nennt, rät. Was sich sagen lässt: Der neue Nachbar, der letzten Monat drei Straßen weiter eingezogen ist, hat Sie nie im Vorbeigehen entdeckt. Er hat sein Telefon gefragt. Ob Sie in seiner Antwort vorkamen, entscheidet nicht Ihre Küche, sondern Ihr Eintrag.
Was digitales Marketing nicht bedeutet
Die meisten Vorbehalte, die wir in Gesprächen hören, richten sich gar nicht gegen Sichtbarkeit, sondern gegen ein Zerrbild. Deshalb in aller Klarheit: Sie müssen nicht vor der Kamera tanzen, und niemand verlangt Jugendsprache von Ihnen. Sie müssen Ihr Privatleben nicht zeigen: Es geht um Ihren Betrieb, Ihr Handwerk und Ihre Räume, nicht um Ihre Familie. Sie müssen nicht täglich posten: Ein gepflegtes Google-Profil und eine Handvoll ehrlicher Einblicke im Monat schlagen jeden hektischen Kanal.
Und es ist kein Alles-oder-nichts: Sie können mit einer Stunde im Monat anfangen, beim Google-Profil, und alles Weitere entscheiden, wenn Sie die Wirkung sehen. Was Sie dabei nie tun sollten: Bewertungen kaufen, Follower kaufen oder einen Kanal eröffnen, den nach drei Wochen niemand mehr pflegt. Wer Ihnen so etwas empfiehlt, verkauft Abkürzungen, die teurer sind als der Weg.
Der kleinste vernünftige erste Schritt
Sie müssen nicht tanzen, nicht filmen und nichts von sich preisgeben, um anzufangen. Die ehrliche Reihenfolge, mit dem Wichtigsten zuerst:
Das Google-Profil in Ordnung bringen
Öffnungszeiten, Fotos, Speisekarte, Telefonnummer: eine Stunde Arbeit, größte Wirkung. Unser Guide führt durch jedes Feld, in klarem Deutsch und ohne Vorwissen.
Auf Bewertungen antworten
Kurz, persönlich, innerhalb von zwei Tagen. Das liest jeder künftige Gast mit. Wenn Ihnen die Worte fehlen: Unser kostenloser Antwort-Generator macht Vorschläge, die nicht nach Baukasten klingen.
Erst danach: Instagram, und nur mit Plan
Ein Kanal, der nach drei Wochen verstummt, schadet mehr als keiner. Was ein durchgehaltener Kanal wirklich bedeutet, zeigt unsere Übersicht aller 56 Aufgaben. Danach wissen Sie, was Sie selbst übernehmen wollen und was nicht.
Und jeder Begriff, der Ihnen dabei begegnet, steht in unserem Marketing-Lexikon: dreißig Definitionen ohne Fachchinesisch, jede in einem Satz erklärt.