Professionelles Social Media besteht aus acht Arbeitsfeldern: Strategie, Planung, Produktion, Postproduktion, Publishing, Community, Ads und Analyse samt Rechtspflichten. Auf dieser Seite stehen alle 56 Aufgaben im Einzelnen, inklusive der vier, die am häufigsten vergessen werden: Musikrechte für Business-Konten, Impressumspflicht, Werbekennzeichnung und die getrennte Ausweisung von bezahlter und organischer Reichweite. Wer den Umfang kennt, entscheidet besser, was er selbst macht und was er abgibt.
Warum diese Seite? Weil wir in fast jedem Erstgespräch denselben Satz hören: „Wir haben das mit Social Media probiert, aber es hat nichts gebracht." Beim Nachfragen zeigt sich fast immer dasselbe Bild: Es wurde gepostet, und zwar nur gepostet. Station fünf von acht, ohne die vier Stationen davor und die drei danach. Das ist, als würde ein Restaurant nur den Teller servieren, ohne einzukaufen, zu kochen oder abzuräumen.
Falls Sie noch eine Frage davor beschäftigt, nämlich warum das alles überhaupt sein muss: Dafür gibt es unsere ehrliche Antwort für Skeptiker. Diese Liste hier ist deshalb keine Abschreckung, sondern eine Landkarte. Sie zeigt, was der Beruf hinter dem Wort „posten" tatsächlich umfasst, welche Aufgaben rechtlich verpflichtend sind und welche Sie guten Gewissens selbst übernehmen können. Jede zeitliche Einschätzung ist als Erfahrungswert aus unserer Arbeit gekennzeichnet, jede Rechts- und Plattform-Aussage unten mit geprüfter Quelle belegt.
Strategie & Fundament
5 m unter der OberflächeBevor irgendjemand auf Aufnahme drückt, fallen die Entscheidungen, die später über Wirkung oder Leerlauf bestimmen.
- Zielgruppe definieren: Wer soll kommen, wann, und warum ausgerechnet zu Ihnen
- Positionierung und Tonalität festlegen: Wie klingt der Betrieb, wenn er spricht
- Wettbewerbs-Blick: Was machen die drei nächsten Häuser, und wo ist die Lücke
- Content-Säulen festlegen: drei bis fünf Themenfelder, die den Kanal tragen
- Kanal-Entscheidung treffen: Instagram, TikTok, Google, und in welcher Reihenfolge
- Ziele und Kennzahlen vereinbaren: Woran wird nach drei Monaten gemessen
- Freigabeprozess und Verantwortlichkeiten klären: Wer entscheidet, wer antwortet, wer postet
Erfahrungswert aus unseren Mandaten: Kanäle scheitern selten an schlechten Ideen. Sie scheitern daran, dass diese sieben Entscheidungen nie getroffen wurden und jede Woche neu diskutiert werden.
Recherche & Planung
12 m unter der OberflächeGuter Content wirkt spontan. Geplant ist er trotzdem, sonst gibt es ihn in Woche vier nicht mehr.
- Themen aus dem Betriebsalltag sammeln: neue Karte, Team-Momente, Saisonware
- Trend- und Format-Recherche: Was funktioniert gerade, und passt es zum Haus
- Saisonkalender pflegen: Wiesn, Terrassen-Start, Feiertage, Ferien
- Redaktionsplan für zwei bis vier Wochen schreiben
- Drehplanung mit Shot-Liste: Welche Aufnahmen, in welcher Reihenfolge, wie lange
- Termine mit Küche und Team koordinieren, ohne den Service zu stören
- Drehort, Requisiten und Tageslicht-Fenster vorbereiten
Der Saisonkalender ist in München eine eigene Disziplin: Zur Wiesn ändern sich zwei Wochen lang Publikum, Preise und Erwartung. Wer das nicht einplant, postet am 20. September Content für eine Stadt, die es gerade nicht gibt.
Produktion
20 m unter der OberflächeDer Drehtag ist der sichtbarste Teil der Arbeit, und trotzdem nur eine von acht Stationen.
- Licht einschätzen und setzen: Tageslicht nutzen, Mischlicht vermeiden
- Ton absichern: Mikrofon, Nebengeräusche, Küchenlärm einplanen
- Food-Styling: Anrichten fürs Auge der Kamera, nicht nur für den Tisch
- Reels drehen, mit mehreren Takes pro Einstellung
- B-Roll sammeln: Hände, Details, Bewegung für spätere Schnitte
- Fotos für Feed, Website und Google-Profil mitproduzieren
- Einverständnisse von Team und Gästen einholen, bevor jemand im Bild ist
Die letzte Aufgabe ist keine Formalie: Fotos von Menschen sind personenbezogene Daten. Eine kurze schriftliche Einwilligung vom Team erspart später jede Diskussion, besonders wenn jemand den Betrieb verlässt.
Postproduktion
28 m unter der OberflächeAus vierzig Minuten Material werden dreißig Sekunden. Das ist der Teil, den niemand sieht und jeder spürt.
- Material sichten und die stärksten Takes auswählen
- Schnitt auf die ersten zwei Sekunden hin bauen: der Hook entscheidet
- Farbkorrektur, damit das Essen so aussieht wie am Tisch
- Untertitel setzen: Die Mehrheit schaut stumm, und Barrierefreiheit gewinnt
- Formatvarianten anlegen: 9:16 für Reels und TikTok, 4:5 und 1:1 für den Feed
- Cover und Vorschaubild gestalten, das im Profil-Raster funktioniert
- Musik aus lizenzierter Quelle wählen: Business-Konten dürfen nicht die normale Musikbibliothek nutzen
Der Musik-Punkt überrascht fast jeden Betreiber: Instagram behandelt jeden Beitrag eines Business-Kontos als kommerziell. Erlaubt sind die Meta Sound Collection oder eigene Lizenzen, nicht der Trend-Song aus der privaten Bibliothek. Quelle unten verlinkt.
Publishing & Copy
36 m unter der OberflächeJetzt erst entsteht das, was Sie von außen sehen: der Post. Und selbst der besteht aus sieben Handgriffen.
- Caption schreiben, deren erste Zeile ohne Weiterklicken überzeugt
- Einen einzigen Call-to-Action festlegen, nicht drei
- Hashtag-Set recherchieren und rotieren statt kopieren
- Alt-Texte für Barrierefreiheit und Auffindbarkeit hinterlegen
- Posting-Zeitpunkt nach dem eigenen Publikum wählen, nicht nach Pauschalregeln
- Beitrag je Plattform anpassen: Was auf Instagram trägt, wirkt auf TikTok fremd
- Erstkommentar und Profil-Verlinkungen setzen
„Einfach auf allen Kanälen dasselbe posten“ ist der häufigste Zeitspar-Trick, und der teuerste: Jede Plattform hat eigene Sehgewohnheiten. Cross-Posting ohne Anpassung sieht das Publikum sofort, und der Algorithmus auch.
Community & Service
44 m unter der OberflächeNach dem Posten beginnt die Arbeit, die nie fertig ist. Sie ist auch der Teil mit dem direktesten Umsatzbezug.
- Kommentare beantworten, auch die unbequemen
- Direktnachrichten und Reservierungsanfragen mit fester Reaktionszeit bearbeiten
- Erwähnungen und Gäste-Content teilen, mit eingeholter Erlaubnis
- Google-Bewertungen beantworten: schnell, konkret, nie mit Textbausteinen
- Mit dem eigenen Viertel interagieren: Nachbarn, Partner, Stammgäste
- Heikle Fälle erkennen und deeskalieren, bevor sie öffentlich eskalieren
- Spam und unangemessene Kommentare moderieren
Erfahrungswert: Eine Direktnachricht an ein Restaurant ist fast immer eine Kaufabsicht. Wer sie erst am nächsten Tag liest, hat den Tisch an ein Haus verloren, das schneller war. Für Bewertungs-Antworten gibt es unseren kostenlosen Generator.
Ads & Verstärkung
52 m unter der OberflächeBezahlte Reichweite ist kein Ersatz für gute Inhalte, sondern ihr Verstärker. Und ein eigenes Handwerk.
- Kampagnenziel und Budget festlegen, bevor die erste Anzeige entsteht
- Zielgruppen bauen: geografisch aufs Einzugsgebiet, nicht auf ganz Bayern
- Anzeigenmotive und Texte in mehreren Varianten anlegen
- A/B-Tests aufsetzen und lange genug laufen lassen
- Anzeigenfrequenz überwachen, damit kleine Zielgruppen nicht überhitzen
- Laufende Optimierung: Budget zu den Gewinnern, Verlierer abschalten
- Ads-Ergebnisse getrennt vom organischen Wachstum ausweisen
Die letzte Aufgabe trennt seriöse Reports von geschönten: Wer bezahlte und organische Reichweite in einer Zahl vermengt, verkauft Werbebudget als Wachstum. Fragen Sie jede Agentur, ob sie die beiden Kurven getrennt zeigt.
Analyse, Recht & Pflege
60 m unter der OberflächeGanz unten liegt das Fundament, das niemand postet: Zahlen lesen, Recht einhalten, besser werden.
- Kennzahlen monatlich auswerten: Reichweite, Interaktion, Anfragen, Kosten pro Ergebnis
- Learnings zurück in den Redaktionsplan führen: mehr vom Wirksamen, weg vom Rest
- Verständlichen Monatsreport schreiben, der auf eine Seite passt
- Impressum im Profil verlinken: Pflicht für geschäftliche Konten nach § 5 DDG
- Kooperationen als Werbung kennzeichnen, nach den Regeln der Medienanstalten
- Bild-, Musik- und Markenrechte laufend prüfen
- Profile aktuell halten: Öffnungszeiten, Karte, Buttons, Highlights
Die Rechtspunkte sind keine Theorie: Die Medienaufsicht prüft aktiv Profile und verschickt Beanstandungen, und ein fehlendes Impressum kann Bußgelder und Abmahnungen kosten. Beide Quellen stehen unten, geprüft am 6. Juli 2026.
Was können Sie davon selbst machen?
Das geht gut inhouse
- Stories aus dem echten Alltag: Niemand ist näher dran als Sie
- Antworten auf Kommentare und Nachrichten, in Ihrer eigenen Stimme
- Google-Profil pflegen: Öffnungszeiten, Fotos, Beiträge
- Bewertungen beantworten, mit unserem kostenlosen Generator als Starthilfe
- Themen sammeln: Sie erleben jeden Tag, was postenswert ist
Hier spart Abgeben am meisten
- Strategie und Content-Säulen: einmal richtig statt monatelang tastend
- Drehtage und Schnitt: Handwerk, Equipment und der Blick von außen
- Ads: kleine Budgets verzeihen keine Lernkurve auf eigene Kosten
- Auswertung und Report: Zahlen lesen, ohne sich selbst zu schmeicheln
- Rechtspflichten im Blick behalten, von Musik bis Kennzeichnung
Die ehrlichste Antwort auf „Kann ich das selbst?" lautet also: teilweise, und zwar genau die Teile, die von Nähe leben. Der Rest ist Handwerk plus Zeit. Was die Übernahme durch uns kostet, rechnet der Kosten-Rechner in dreißig Sekunden aus, mit ehrlicher Spanne statt Lockangebot.